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Gemeinde Kirchheim in Unterfranken  |  E-Mail: verwaltungsgemeinschaft@kirchheim-ufr.de  |  Online: http://www.kirchheim-ufr.de

Waldbegang des Gemeinderats

Am diesjährigen Waldbegang der Gemeinde nahmen neben einigen Mitgliedern des Gemeinderats auch erfreulicherweise zahlreiche interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger teil. Förster Wolfang Schölch gab dabei viele Informationen und beantwortete zahlreiche Fragen. Dabei wurde auch eine Stelle im Bereich am „Poppenhäuser“ begangen, dort mussten ca. 600 Festmeter (fm) Nadelholz aufgrund von Kalamitäten durch den Borkenkäfer mit dem Harvester eingeschlagen werden. Das Holz muss als Industrieholz vermarktet werden, der Preis ist hierfür derzeit leider sehr niedrig. Andere Vermarktungswege oder –mög-lichkeiten stehen leider nicht zur Verfügung.

 

Wegen des Borkenkäferschadens in der Waldabteilung sollen dort insgesamt 2400 Setzlinge auf einer Fläche von rund 4000 m² (ohne Förderung) gepflanzt werden, 1700 Traubeneichen, 550 Hainbuchen, 75 Vogelkirsche und 75 Flatterulme. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 5.000 Euro, darin sind die zukünftig notwendigen Pflegekosten nicht enthalten. Zur Sicherung sind rund 260 Meter Zaunbau notwendig, dieser wird nicht gefördert. Für die beantragte Wiederaufforstung wurde vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eine Förderung in Höhe von 3354,60 Euro (2400 Pflanzen) aus Mitteln des Freistaats Bayern bewilligt.

 

Einige Informationen zum ca. 160 ha großen Gemeindewald

 

Bei der Forsteinrichtung im Jahr 1996 wurde ein Hiebsatz von 500 fm auf 160 ha (3,125 fm/ha), in der Zwischenrevision ein Hiebsatz von 600 fm auf 160 ha (3,75 fm/ha) und in der Forsteinrichtung 2017 ein Hiebsatz von 650 fm auf 160 ha (4,1 fm/ha) festgelegt. In den letzten 27 Jahren wurden im Durchschnitt 1,95 fm/ha genutzt, d.h. deutlich weniger als in der Forsteinrichtung festgelegt wurde. Der bei der Forsteinrichtung 2017 festgestellte Zuwachs im Kirchheimer Wald beträgt 860 fm auf 160 ha (5,4 fm/ha), die Nachhaltigkeit ist somit mehr als gewährleistet! Der Holzvorrat im Gemeindewald lag 1996 bei 214 fm/ha, 2017 beim Laubholz bei 249 fm/ha/ Nadleholz 279 fm/ha = Gesamtdurchschnitt 253 fm/ha. In den Kommunalwäldern in Unterfranken liegt der Holzvorrat bei 251 fm/ha.

 

Die Verteilung zwischen Laubholz zu Nadelholz lag 1996 bei 82 % zu 18 % und 2017 bei 85 % zu 15 %. Bei der Forsteinrichtung wurde von einem Sachverständigen festgehalten, dass der Kirchheimer Gemeindewald einen sehr hohen Anteil an Dauerwald (qualitativ hochwertige Altbestände) und einen hohen Eichenanteil hat. Die Baumartenverteilung beträgt: Eiche 55%, 14 % Edellaubholz, 7 % sonstige Laubhölzer, 3 % Fichte, 6 % Kiefer, 6 % Lärche und 9 % Buche. Bei der Eichen-Inventur im Jahr 2017 (Erfassung stärker als 40 cm Durchmesser auf Stockhöhe 1 Meter) wurden 4777 Bäume erfasst. Dabei wurde festgestellt, dass jeder 3. Stamm stärker als 50 cm wertholzhaltig ist.

 

Bezüglich des Naturschutzes gibt es zahlreiche Biotopbäume die extra aus der Bewirtschaftung herausgenommen sind, auch Totholz verbleibt als Lebensraum im Wald.

 

Es darf daher auch nach den Aussagen verschiedenster Fachleute ausdrücklich festgehalten werden, dass die Bewirtschaftung des Kommunalwalds schon seit Generationen mehr als nachhaltig erfolgte und auch so weitergeführt wird. Die relativ trockenen letzten drei Jahre konnte der Wald nach bisherigem Stand gut verkraften, u.a. aufgrund der Zusammensetzung, aber auch der guten Böden. Es bleibt daher zu hoffen, dass nun die richtigen Schritte bei der Aufforstung eingeschlagen werden, dass der Wald auch bei zukünftigen Umwelteinflüssen gut gewappnet ist.

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